Zwei Bienenvölker ziehen auf den Campus ein

Im Juni 2026 haben zwei Bienenvölker ihr neues Zuhause am Falkenplatz bezogen und bilden damit einen wichtigen Bestandteil des Projekts Campus Bees.

Etwas zurückgezogen und dennoch sichtbar für Studierende und Mitarbeitende befindet sich der neue Standort inmitten der Grünflächen des Campus Falkenplatz. Ziel ist es nicht nur, Honigbienen einen Lebensraum zu bieten, sondern auch die Biodiversität auf dem Universitätsgelände sichtbar und erlebbar zu machen.

Die beiden Völker wurden als sogenannte Königinnen-Kunstschwärme aufgebaut und werden von zwei Königinnen der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) geführt – der ursprünglich in der Schweiz heimischen Honigbienen-Unterart. Die Dunkle Biene ist seit Jahrhunderten an die lokalen klimatischen Bedingungen und Landschaften angepasst und ihre Förderung trägt dazu bei, die genetische Vielfalt und das natürliche Erbe der Schweizer Imkerei zu erhalten.

Die neuen Bienenvölker sind Teil des umfassenderen Projekts Campus Bees, das gemeinsam mit der Universität Bern und der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung umgesetzt wird. Das Projekt verbindet ökologische Aufwertung mit Sensibilisierung und soll Studierenden, Mitarbeitenden und Besucher:innen einen unmittelbaren Zugang zu den Themen Bestäubung, Biodiversität und nachhaltige Landnutzung ermöglichen.


Wildbienenpopulationen stehen heute durch Lebensraumverlust, Pestizide, den Klimawandel und neue Bedrohungen wie die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) zunehmend auch unter Druck. Deshalb umfasst Campus Bees neben den Honigbienenvölkern auch die Schaffung einer kleinen Oase sowie von Lebensräumen für Wildbienen und andere Bestäuber.

Der Fokus des Projekts liegt damit nicht auf der Maximierung der Honigproduktion, sondern auf der Förderung eines vielfältigen und resilienten Ökosystems auf dem Campus. Die Honigbienenvölker dienen dabei ebenso als Botschafter:innen für Biodiversität wie als sichtbarer Anlass, über die Bedeutung von Bestäubern für unsere Nahrungsmittelproduktion und unsere Ökosysteme ins Gespräch zu kommen.

Das Projekt soll zudem Möglichkeiten für Führungen, Workshops und Begegnungen mit den Bienen schaffen. Studierende und Mitarbeitende können die Entwicklung der Völker über die kommenden Jahre mitverfolgen und auf Wunsch mehr über die faszinierende Welt der Honigbienen erfahren.

 

Sollte die Natur es gut meinen mit den neuen Bewohnerinnen des Falkenplatzes, wird der daraus entstehende Campus-Honig künftig der Universität Bern zur Verfügung gestellt - als kleines, lokales Produkt eines Projekts, das zeigen möchte, wie Biodiversitätsförderung auch auf kleinem Raum sichtbar werden kann.

Für mich persönlich schliesst sich mit diesem Projekt ein schöner Kreis: Als Forscher mit Hintergrund in der Bienenforschung und als Imker ist es eine besondere Freude, gemeinsam mit der Universität einen kleinen Beitrag dazu leisten zu dürfen, Natur, Forschung und Alltag auf dem Campus miteinander zu verbinden.

Weiter
Weiter

Wie eine kleine Fläche auf dem Uni-Campus zum Lebensraum für Wildbienen wurde