Was die Wissenschaft über die Wirkung von Honig sagt
Wie entsteht Honig überhaupt?
Die Herstellung von Honig ist eine Meisterleistung der Natur. Für ein einziges Glas Honig besuchen Bienen Millionen von Blüten. Den gesammelten Nektar transportieren sie im sogenannten Honigmagen zurück in den Bienenstock. Dort wird er durch Enzyme verändert, mehrfach weitergegeben und anschliessend in den Waben eingelagert.
Durch das ständige Fächeln der Bienen verdunstet Wasser aus dem Nektar. Erst wenn der Wassergehalt tief genug ist, entsteht haltbarer Honig. Danach verschliessen die Bienen die Wabe mit einem feinen Wachsdeckel.
Honig besteht hauptsächlich aus natürlichen Zuckerarten wie Frucht- und Traubenzucker. Gleichzeitig enthält er aber auch eine erstaunliche Vielfalt weiterer Stoffe:
Enzyme
Aminosäuren
Mineralstoffe
organische Säuren
Pollenbestandteile
Antioxidantien
Polyphenole und Flavonoide
Gerade diese natürlichen Pflanzenstoffe machen Honig wissenschaftlich interessant. Sie verleihen ihm nicht nur Aroma und Farbe, sondern tragen auch zu seinen antioxidativen und antibakteriellen Eigenschaften bei.
Honig ist mehr als nur ein Süssungsmittel
Seit Jahrtausenden wird Honig nicht nur als Lebensmittel, sondern auch traditionell in der Naturheilkunde verwendet. Bereits im alten Ägypten wurde Honig für Wunden und Hautpflege genutzt. Heute beschäftigt sich auch die moderne Wissenschaft intensiv mit seinen Eigenschaften.
Einige Studien weisen auf folgende Eigenschaften hin:
Antibakterielle Wirkung
Honig besitzt natürliche antibakterielle Eigenschaften. Dafür verantwortlich sind unter anderem sein geringer Wassergehalt, sein niedriger pH-Wert sowie bestimmte Enzyme, die kleine Mengen Wasserstoffperoxid bilden können. Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem sich viele Bakterien schlecht vermehren können.
Antioxidantien
Hochwertiger, möglichst naturbelassener Honig enthält Antioxidantien wie Polyphenole und Flavonoide. Diese helfen dem Körper, sogenannte freie Radikale zu neutralisieren, die mit Zellschäden und Alterungsprozessen in Verbindung gebracht werden. Dunklere Honigsorten enthalten oft besonders viele dieser Stoffe.
Beruhigend bei Husten und Halsschmerzen
Viele Menschen greifen bei Erkältungen ganz intuitiv zu Honig im Tee oder pur vom Löffel. Tatsächlich zeigen Studien, dass Honig Hustenreiz lindern und den Hals beruhigen kann – insbesondere vor dem Schlafengehen.
Unterstützung der Wundheilung
Besonders spannend ist die Forschung rund um Honig im Einsatz in der Medizin. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass bestimmte Honigsorten entzündungshemmend wirken und die Heilung von Wunden unterstützen können. Deshalb wird medizinischer Honig heute teilweise sogar in professionellen Wundauflagen eingesetzt.
Weiterführende wissenschaftliche Studien
Yaghoobi, R., Kazerouni, A., & Kazerouni, O. (2013). Evidence for Clinical Use of Honey in Wound Healing as an Anti-bacterial, Anti-inflammatory Anti-oxidant and Anti-viral Agent: A Review. Jundishapur journal of natural pharmaceutical products, 8(3), 100–104. https://doi.org/10.17795/jjnpp-9487
Tashkandi H. (2021). Honey in wound healing: An updated review. Open life sciences, 16(1), 1091–1100. https://doi.org/10.1515/biol-2021-0084